Nach
einem Signal geblasen von den Achternmeerer Jagdhornbläsern begrüßte der
1.Vorsitzende des BÜVs Helmut Deye alle Gäste:
Gemeindedirektorin
Frau Martina Noske, Bürgermeister Herr Eckhart Heinje , Herr Herbert
Eberhardt, Herr Herbert Seehusen, Herr Uwe Kirsch und Herr Peer-Erik
Hansen vom Katasteramt Oldenburg, der Eigentümer dieses Geländes Herrn
Franz-Georg und Sohn Gerd Mohrmann. Ebenfalls begrüße ich die Jagdhornbläser
vom Korsorsberg, eine Abordnungdes BÜVs
und
erzählte von den Vorbereitungsmaßnahmen, die zur Wiederherstellung des
Vermessungspunktes 13 geführt haben.
Beim
Sichten alter Kartenwerke aus dem Achternmeerer Bereich entdeckte er die
Signatur eines alten Vermessungspunktes. Es war der ehemalige trigonometrische
Punkt 13 auf dem ehemaligen Korsorsberg. Ihm kam die Idee, diesen Punkt wieder
herstellen zu lassen und auch den Korsorsberg, der einer Sandabbaumaßnahme zum
Opfer fiel, der Öffentlichkeit in Erinnerung zu rufen. Da er wusste, dass der
Ltd. VmD i. R. Herr Otto Herms, der leider kürzlich verstorben ist, sich mit
der Auffindung alter Oldenburger Dreieckspunkte beschäftigte, hatte er ihm sein
Anliegen vorgetragen. Dabei dachte er sich, es wäre sinnvoll diesen Ort mit
einer Erläuterungstafel und einer Ruhebank zu versehen und an einem später
anzulegenden Wanderweg anzubinden. Herr Herms war von der Idee sehr angetan und
versprach ihm, sich mit Herrn Eberhardt in Verbindung zu setzen, um im Archiv
des Katasteramtes alte Unterlagen aufzusuchen. Dabei war ihm die Mitarbeiterin
Frau Magda Schröder behilflich.
Der
Punkt 13 gehörte zum Dreiecksnetz 4. Ordnung der Oldenburgischen Landesaufnahme
um 1840, welches früher schon sehr genau war. Die Punkte wurden über
Winkelmessung bestimmt und die Koordinaten in Oldenburger Fuß angegeben. Diese
Koordinaten sind für die heutige Nutzung in Gauß-Krüger-Koordinaten
umgerechnet worden und lauten rechts 34.41732,42 m – hoch 58.83738,77 m. Aus
den Akten ging ebenfalls hervor, dass der Punkt 13 im Januar 1978 noch im
Originalzustand als Eichenpfahl 2
Meter neben dem Rand einer Sandkuhle vorgefunden wurde.
Zwischenzeitlich
hatte H. Deye mit dem Eigentümer des Sandabbaugebietes Herrn Franz-Georg
Mohrmann gesprochen und seine Wünsche vorgetragen. Herr Mohrmann war sofort
einverstanden und bot ihm eventuell anfallende Baggerarbeiten an. Ebenfalls
sagten ihm die Gemeindespitze und der Bürgervereinsvorstand ihre Unterstützung
zu.
Es
kam zur Sprache, dass der Korsorsberg ein Geestrücken, der sich von diesem
Platz nach Südosten zieht, zu früheren Zeiten nicht nur ein idealer Standort
mit guter Sicht zu seinen 2 – 3 km entfernten Nachbarpunkten war, sondern auch
um 1900 der Oldenburger Kavallerie als Exerzirplatz diente. Er war ein
vielfacher Namensgeber: für die Straßen Korsorsstraße, Am Korsorsberg. Am
Korsorsring, für die Ortsteilbezeichnung Korsorsberg, für die Gaststätte
„Zum Korsorsberg“, für die Gruppe „Jagdhornbläser vom Korsorsberg“ und
der plattdeutschen Theatergruppe „Korsorsbarger Speeldeel“.
Nach so viel Zuspruch konnte es an die
Umsetzung gehen. Durch den Vermessungstrupp vom Katasteramt Oldenburg unter der
Leitung von Herrn Seehusen wurde der alte Standort des Dreieckspunktes 13 zunächst
grob markiert. Es stellte sich heraus, dass der Punkt in unebenes Gelände fiel.
Nachdem ein Mitarbeiter der Fa. Mohrmann an dieser Stelle mit dem Bagger ein
Hochplateau geschaffen hatte, wurde am 11.08.04 vom Vermessungstrupp der Punkt
mittels satellitengestützter Technik genau bestimmt, mit einem alten
Granitstein vermarkt und seine Höhe mit 12,5 Meter über Normalnull gemessen.
Die geodätischen Geräte GPS-Empfänger und PC/Laptop kamen zum Einsatz. Die
ursprüngliche Höhe des Berges von 19,5 Metern steht in einer topographischen
Karte von 1985. Anschließend wurden von den Bürgervereinsmitgliedern Alfred
Wiemken, Hermann Engelbart, Heinz Scholte und Helmut Deye eine kleine
Informationstafel und eine Ruhebank aufgestellt.
Am Ende des Berichtes äußerte H. Deye
den Wunsch, dass der BÜV nach der Verebnung der Sandgrube und bei weiteren
Ausgleichsmaßnahmen vom Eigentümer und der Gemeindeverwaltung beteiligt wird,
um den Platz an einem Wanderweg anschließen zu können.
Um
den Gästen zu demonstrieren, wie mit modernen Geräten vermessen wird, führten
Herr Seehusen, Herr Kirsch und Herr Hansen noch einmal den notwendigen
Messvorgang vor. Herr Eberhardt erklärte die alte und heutige Messtechnik und
freute sich über das Interesse aller Gäste. Die Jagdhornbläser umrahmten
musikalisch die Einweihungsfeier und sendeten Signale vom Korsorsberg, wärend
die Vermessungsgeräte Signale aus dem Weltall empfingen.
Nach
einem kleinen Umtrunk bedankte sich H. Deye bei allen Beteiligten, die zum
Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten und lud alle 25 Gäste zu einem Frühstück
ins Melkhus von Christa und Horst Witte ein.
(Autor
Helmut Deye)